CDU-Umweltexperte: "Reduzierung der Flächenneuversiegelung durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen"

Zur Plenardebatte am vergangenen Mittwoch zum Thema Flächenneuversiegelung in Sachsen erklärt Dr. Stephan Meyer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion: "Die negativen Folgen der Flächenversiegelung hinsichtlich des Wasserhaushalts, Grundwasserbelastung und Stoffkonzentration sind existent und nicht kleinzureden. Ziel der Koalition ist es, die Versiegelung und Zerschneidung drastisch zu minimieren. Der Flächenverbrauch sollte auf unter zwei Hektar pro Tag gesenkt werden."

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2012 auf eine Größe von 234 650 Hektar angestiegen. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist dies ein Zuwachs um gut zehn Prozent. Fast die Hälfte des Anstiegs entfiel dabei aber allein auf die Erholungsflächen, die nur bedingt versiegelt wurden. Der weitere Ausbau der Verkehrsinfrastruktur erhöht diesen Anteil und fördert den Zuwachs weiterer Siedlungsflächen.

"Aber eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist wesentlich, wenn es darum geht, ländliche Regionen mit den Zentren zu verbinden und so für Lebensqualität und Wirtschaftsfähigkeit zu sorgen", erklärt Meyer vor dem Plenum. Dem Umweltpolitiker zufolge muss angesichts der demografischen Entwicklung und der laufenden Kosten in Sachsen aber auch über den Rückbau einiger Verkehrswege nachgedacht werden. Auch Ackerland, das letztlich auch ein Stück Natur und vor allem Kulturlandschaft darstellt, gilt es zu schützen. So versuchen Landwirte sich Ackerland durch Grünlandumbruch wiederzuholen. Meyer verweist auf das bereits seit 2009 bestehende Handlungsprogramm der Staatsministerien des Innern sowie für Umwelt und Landwirtschaft zur Stärkung der Flächennutzungseffizienz hin.

Meyer abschließend: "Schwerpunkt unseres Handelns zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme soll auf Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen von Neuversiegelungen gelenkt werden. Dabei setzen wir stärker auf Revitalisierung bzw. Entsiegelung von Brachen, auch wenn sie nicht im unmittelbaren Umfeld des Eingriffs liegen. Öko-Konten und Kompensationsflächenkataster dienen dem Ausgleich und der Realisierung von Maßnahmen, die etwa aus Kostengründen nur schwer umsetzbar sind. Wir brauchen nicht die tausendste Streuobstwiese, die nach wenigen Jahren keiner mehr pflegt, sondern den Abriss und die Entsiegelung der nicht mehr genutzten Bauruine."

   
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