Kupfer: „Vermächtnis der mutigen Frauen und Männer des 17. Juni 1953 bewahren. Extremistischen Bestrebungen gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung entgegentreten.“

Morgen jährt sich der Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR zum 62. Mal. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Frank Kupfer:

„Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 ist ein historisches Datum mit Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Geschichte. Der Drang nach Demokratie, eigener Identität und Freiheit der Arbeiter und Bauern in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands war nicht nur ein Angriff auf das Politbüro des Zentralkomitees der SED, sondern vor allem auf das diktatorische Gesellschaftssystem, welches den Deutschen und den Ländern des Ostblocks mit aller Macht aufgezwungen werden sollte. Die gewaltsame, mit militärischen Mitteln niedergeschlagene Volkserhebung durch die Sowjetarmee war Ausdruck der Angst, als Siegermacht an politischem Einfluss im Gefüge der Weltpolitik zu verlieren.

Leider wird heute, 62 Jahre danach, immer wieder versucht, die Geschehnisse am 17. Juni 1953 zu relativieren, infrage zu stellen oder die SED-Diktatur zu verharmlosen. Die CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages hat und wird sich auch zukünftig derartigen Bestrebungen der Geschichtsfälschung massiv widersetzen. Wir werden uns auch weiterhin für die Interessen der Opfer der SED-Diktatur einsetzen.

Der 17. Juni ist nicht nur ein Tag der Erinnerung und des Gedenkens der vielen Opfer, sondern gleichzeitig Mahnung an die jungen Menschen in unserem Land und die künftigen Generationen. Mein Dank gilt deshalb allen ehrenamtlichen Helfern in den vielen Vereinen und Gedenkstätten, die sich nach der Friedlichen Revolution gegründet haben. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, um die Erinnerung an 40 Jahre kommunistische Diktatur in Deutschland wach zu halten.

Und noch etwas ist in diesem Zusammenhang wichtig: Ohne den 17. Juni 1953 wäre der 9. November 1989 und die Deutsche Einheit wohl nie denkbar gewesen. Deshalb muss uns der 17. Juni immer wieder daran erinnern, dass Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. Alle Demokraten sind aus diesem Grund aufgefordert, jeglichen extremistischen Bestrebungen gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, die es auch heute noch gibt, entschlossen entgegen zu treten. Dieses Vermächtnis der mutigen Frauen und Männer des 17. Juni 1953 gilt es zu bewahren."

Im Rahmen des Gesprächsforums Johann-Amos-Comenius-Club Sachsen (JACC) führt die CDU-Landtagsfraktion morgen gemeinsam mit dem „Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS)" im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig eine Veranstaltung zum Thema „Rot-Rot-Grüne Bündnisse – Hat der Bürger noch die Wahl?" durch. Alle Informationen zur Veranstaltung, zu den Gästen und Referenten finden Sie online hier.

Hintergrund zum 17. Juni 1953

Am 17. Juni 1953 gingen in der DDR Hunderttausende Frauen und Männer gegen die SED-Diktatur auf die Straße. Als Protest gegen die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen begonnen, entwickelte sich hieraus ein landesweiter Aufstand gegen den Willkür- und Repressionsapparat der SED.

Unter anderem gab es die Forderungen: 1. Rücktritt der DDR-Regierung, 2. Bildung einer provisorischen Regierung aus fortschrittlichen Werktätigen, 3. Zulassung der demokratischen Parteien, 4. Freie, geheime, direkte Wahlen in vier Monaten, 5. Freilassung der politischen Gefangenen, 6. Sofortige Normalisierung des sozialen Lebensstandards, 7. Rücknahme der Preiserhöhung und gerechte Löhne.

Freiheit, Demokratie und Einheit wurden überall im Land von den Menschen gefordert. Nur durch das gewaltsame Eingreifen der sowjetischen Truppen konnte sich die SED an der Macht halten. Über 50 Menschen starben, sieben wurden hingerichtet. Fast 1600 Menschen wurden zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt. Viele Tausend Menschen haben ihren Einsatz mit massiven persönlichen Nachteilen bezahlt.

Dieser Aufstand war das erste Aufbäumen der Bevölkerung in dem unter sowjetischer Hegemonie stehenden Teil Europas. Ungarn, Tschechoslowakei und Polen folgten, bis es schließlich 1989 zum kompletten Zerfall des sowjetischen Imperiums und dem Sturz der kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa kam.

   
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